Integration und Vernetzung
Die gesellschaftliche Teilhabe und damit eine Aneignung von Kompetenzen zur eigenständigen Lebensführung wie Schulanbindung, Bildung und Berufsausbildung sind grundsätzliche Ziele der Maßnahme. Teilnahme und Verantwortungsübernahme für die Haushaltsführung, Kochen, Einkaufen und gemeinsames Leben sind Bestandteile des täglichen, begleiteten Lernprozesses. Für unbegleitete Minderjährige ist eine wesentliche Grundvoraussetzung für die Teilhabe und Integration das Erlernen der deutschen Sprache. Ebenso wichtig ist das Kennenlernen der neuen Kultur.
Aufbau und Vernetzung im Sozialraum außerhalb der Einrichtung stellt eine weitere wichtige Leitlinie dar, dazu gehören auch Kontakte zum zuständigen Amtsvormund und zuständigen Sachbearbeiter des örtlichen Jugendamtes wie auch Begleitung und Einbindung von religiösen Unterstützungen wie Kirchen oder Moscheen entsprechend der Religionszugehörigkeit. Dies unterstützt auch in der Vermittlung von Rechtsverständnis und Lebensverständnis Deutschland wie auch der Bewusstwerdung der möglichen Diskrepanz zum prägenden Herkunftsland. Es ermöglicht, die bisherige Sozialisation in der Heimat begleitet der Sozialisation in Deutschland gegenüber zu stellen.
Durch Kooperation mit der FH Worms besteht Kontakt zu verschiedenen Studenten aus unterschiedlichsten Ländern, die zum Austausch wie auch zum Dolmetschen bereit sind. In dieser Zusammenarbeit wird bspw. eine Eingangsinformation in verschiedenen Sprachen erarbeitet, ein „Lauf-Pass“, der einen Regelkatalog, aber auch Adressen, Zuständigkeit und ähnliches enthalten soll. Weitere Anbindungen wie beispielsweise ehrenamtliche Tätigkeit oder Nachbarschaftshilfe sollen den jungen Menschen darin unterstützen, eigenständige Kontakte aufzubauen. Zu verschiedenen Sportvereinen besteht guter Kontakt, sodass entsprechend der persönlichen Neigung eine Anbindung angeboten werden kann. Soziale Teilhabe und Einbindung in die umgebende soziale Welt stärken den Selbstwert und ermöglichen das Einfinden in das Leben in Deutschland.
Mit Hilfe dieser Anteile sollen Lebens- und Alltagsbedingungen geschaffen werden, die Mut machen, die eigenen Resilienzen stärken und damit den Selbstwert und das Selbstbewusstsein des jungen Menschen (m/ w/ d). Sie sollen so ihren Weg in unsere Gesellschaft finden, in der sie doch einen entscheidenden Teil ihres jungen Lebens verbringen und ihren Weg finden, sich darin eine eigene Zukunftsperspektive aufzubauen.

