Bedarfsorientierung der Hilfe

Wichtiger Bestandteil der Hilfe ist eine Eingangsanamnese / Clearingphase, in der die Ressourcen und möglichst auch die jeweilige Resilienz des jungen Menschen Eingang finden sollen, um die notwendige Phase der „Akklimatisation“ und des Ankommens angenehmer zu gestalten, möglichst aber auch direkt notwendigen Hilfebedarf anzubieten oder eine Anbindung herzustellen. In dieser noch „fremden“ Phase kann so erste Sicherheit und Verlässlichkeit aufgebaut werden, um darauf aufbauend eine Eingewöhnungs- und auch Anpassungsphase herzustellen, in der ein Einlassen auf die vorhandenen Strukturen wie in Deutschland eng begleitet werden muss.

 

Bei unbegleiteten Minderjährigen ist konzeptionell aufgrund der Fluchtsituation von traumatischen Erfahrungen a priori auszugehen, nicht aber von sofortigem Bedarf und Nutzen einer Trauma-therapeutischen Anbindung. Der individuelle Bedarf des jungen Menschen (m/ w/ d) muss hierbei unbedingt berücksichtigt werden wie auch seine eigene, persönliche Lebensweltorientierung. Dies muss das Maß der weiteren Verläufe bestimmen, das heißt Migrationssensibilität / Kultursensibilität stellt damit eine wichtige Leitlinie im pädagogischen Konzept dar. Um dies aufzufangen ist ein traumapädagogisches Umfeld geeignet, sinnvoll und auch notwendig.